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Analfissur

Schmerzen, die vor allem während der Entleerung auftreten und dann eine Weile anhalten – meist umso länger, je länger sie schon bestehen – sprechen für einen Riss in der empfindlichen Haut des Aftereingangs (Anoderm), eine Analfissur.

Akute Fissur

Am Anfang steht der akute Einriss, fast immer Folge harten Stuhls, bisweilen auch von Analverkehr. Dieser Riss kann abheilen, Stuhlregulierung ist jedoch
unbedingte Voraussetzung.

 

Ein Analdehner, um dem Schließmuskelkrampf entgegen zu wirken, ein betäubendes Gel und Salben, die die Anspannung des Schließmuskels herabsetzen sollen, sind therapeutische Optionen (Nichtoperative Therapie).

Chronische Fissur

Wenn es schon seit einigen Wochen oder Monaten zu Schmerzen kommt, mal mehr mal weniger, dann handelt es sich um eine sogenannte chronische Analfissur
eine Art kleines Geschwür, das man selbst ertasten kann, meist hinten, bei Frauen oft auch vorn am Afterrand.

 

Die Ränder sind derb und häufig besteht am äußeren Rand eine derbe Hautwucherung oder ein kleiner Hautlappen (Mariske), die sogenannte Vorpostenfalte. Am inneren Ende der Fissur sieht der Untersucher meist einen kleinen Analpolypen. Beides sind untrügliche Zeichen dafür, dass der Riss schon länger besteht.

 

Nicht immer sind es Schmerzen, die auf eine Analfissur aufmerksam machen, das ständige Nässen der offenen Wunde kann auch zu Juckreiz und einem Ekzem führen und natürlich
kann auch Blut auf dem Stuhl oder am Papier sein.

Operative Therapie

Ist die Analfissur einmal chronisch geworden, bringen konservative Behandlungsversuche allenfalls vorübergehende Erleichterung, zur dauerhaften Heilung ist ein operativer Eingriff, der ambulant in Vollnarkose oder lokaler Betäubung vorgenommen wird, unumgänglich. Dabei wird das kleine „Geschwür“ mitsamt der Hautwucherung ausgeschnitten und die Wunde der Heilung überlassen, wobei die oben genannten konservativen Maßnahmen hilfreich sind.

 

Erweist sich der innere Schließmuskel auch in Narkose als noch sehr eng, insbesondere der untere Rand So kann eine Einkerbung des unteren Anteils sinnvoll sein, um die Abheilung der Fissur zu gewährleisten, meistens genügt eine moderate Dehnung.

 

Gelegentlich liegt unter der Analfissur auchin kleiner chronischer Abszess, der aufgeschnitten werden muss. Oder es sind die Hämorrhoiden so beträchtlich vergrößert, dass  es sich empfiehlt, sie mit zu entfernen. Eine Operation bringt jedoch nur dauerhaften Erfolg, wenn durch richtige Ernährung und ausreichende Flüssigkeitsaufnahme eine geschmeidige Stuhlsäule erzielt wird.

Analvenenthrombose

Die plötzlich auftretende, erbsen- bis pflaumengroße schmerzende Schwellung am Afterrand ist eine klassische Blickdiagnose. Der Verlauf ist typisch. Den Knoten in den After zurückdrücken zu wollen, ist sinnloses Unterfangen, denn es handelt sich nicht um einen Vorfall.

 

Der Name ist unglücklich, ruft er doch Gedanken an die Gefährlichkeit einer Thrombose wach. Und der gern benutzte Ausdruck äußere Hämorrhoide ist unrichtig, denn per Definition gibt es nur innere Hämorrhoiden.

 

In seltenen Fällen kann es auch mal schwierig sein, eine Schwellung von einem kleinen Abszess des Afterrandes abzugrenzen, weshalb es sich immer empfiehlt, einen Proktologen zu konsultieren. Tatsächlich handelt es sich bei der Analvenenthrombose um gestocktes Blut in den kleinen Venen unter der Analhaut des Afterrandes. Manchmal platzen diese, so dass Blutungen entstehen können. Die Therapie richtet sich nach den Wünschen des Patienten.

 

Die langwierige konservative Therapie ist genauso möglich wie eine rasche Incision und Entfernung der Koagel z.B. in örtlicher Betäubung. Die Nachbehandlung besteht vorwiegend in einer Stuhlregulation durch z.B. Flohsamenschalen und Sitzbädern (z.B. Eichenrinde) Die Ursache für das Entstehen ist zum Einen Stress, der sich auf den Beckenboden auswirkt. Sei es eine Durchfallattacke, langes Fahrradfahren, das Spielen von Blasinstrumenten, Fitnesstraining oder Schwangerschaft. Mit Abstand häufigste Ursache ist allerdings das Pressen bei der Stuhlentleerung. Vergrößerte Hämorrhoiden begünstigen das Entstehen ebenfalls und sollten dann ggf. behandelt werden...

Feigwarzen

Bei Condylomata acuminata – auch unter dem Begriff Feigwarzen, Feuchtwarzen und Genitalwarzen bekannte Warzen – handelt es sich um eine Viruserkrankung. Sie sind neben Herpes genitalis und Chlamydiose eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen.

 

Grundsätzlich werden die Krankheitserreger durch Kontaktinfektion beziehungsweise Schmierinfektion übertragen.[2] Damit ist es theoretisch möglich, dass HP-Viren bei fast allen Haut-zu-Haut-Kontakten übertragen werden können, Hauptursache für eine Infektion ist aber der ungeschützte Geschlechtsverkehr. Eine Infektion auf anderen Wegen, z.B. in der Sauna, beim Baden oder sogar auf Türklinken, ist zwar möglich, aber höchst selten.[3]

 

Eine feuchte und warme Umgebung begünstigt die Entwicklung von Feigwarzen, daher finden sie gerade in Hautrissen im Genital- und Analbereich ideale Wachstumsbedingungen vor. Bei beiden Geschlechtern finden sich Feigwarzen somit im Analbereich, seltener im Enddarm. Bei der Frau sind vor allem die Schamlippen sowie die Scheide, seltener Gebärmutterhals betroffen. Beim Mann kann dagegen die Eichel, die Vorhaut am Penis sowie auch der Hodensack befallen sein.

 

Neben der chirurgischen Entfernung ist eine Warzenentfernung mit Laser, Elektrokoagulation, Kauterisierung (Verbrennung mit Kauter) oder Kryotherapie (Vereisung) möglich. Bei der Vereisung wird mit flüssigem Stickstoff oder anderen Vereisungssprays versucht, die Warzen zu entfernen. Nach der Entfernung kann es zu Schwellungen und Narbenbildung kommen.

 

Medikamentöse Behandlung: Stärkung der Immunabwehr zur Bekämpfung der warzenverursachenden Viren mit Medikamenten wie etwa Interferon und Imiquimod (Aldara) provoziert eine lokal begrenzte Entzündung, regt die lokale Produktion von Antikörpern an und führt zu einer vermehrten Produktion von Interferonen, die tumorhemmend wirken. Daher wird die Creme teilweise auch zur postoperativen Rezidivprophylaxe verschrieben.

 

Alle genannten Behandlungsmethoden können aufgrund der exponierten Position der betroffenen Körperstellen mit mehr oder weniger schmerzhaften Irritationen einhergehen. Zudem ist die Therapie häufig langwierig und erfordert ein hohes Maß an Disziplin von den Patienten. Die Existenz eines Ping-Pong-Effekts ist umstritten. Konsequenter Kondomgebrauch scheint aber den Heilungsverlauf zu unterstützen. An dieser Stelle sei allerdings nochmals darauf hingewiesen, dass Kondome generell die Infektionsgefahr durch HPV deutlich vermindern, aber dennoch keinen zuverlässigen Schutz bieten. 

Hämorrhoiden

Jeder Erwachsene Mensch hat von Geburt an Hämorrhoiden. Das sind abdichtende Schwellkörper, die zusammen mit dem Schließmuskel (als Verschlussorgan) und der Haut des Analkanales (als Rezeptororgan) dafür sorgen, dass wir "dicht" bleiben.

 

Bei Vergrößerung, Tiefertreten (Descensus) und Vorfall (Prolaps) vor den After machen sie Beschwerden. Eine schonende und funktionserhaltende Therapie ist immer das Ziel. Sie ist konservativ durch Verödung (Sklerosierung) und Abbinden (Gummiband-Ligatur) möglich. Zu den operativen Techniken gehören die Raffung, ggf. unter Ultraschall-Kontrolle (HAL und HAL-RAR), die konventionelle Hämorrhoiden - Entfernung (Milligan-Morgan oder Parks- Operation) und bald auch die Verkleinerung von Hämorrhoiden durch Laser (Laser-Hämorrhoidoplastie, LHP)

Vergrößerte Hautfalten (Marisken) und verstopfte Unterhaut-Venen (Analvenenthrombose) werden leicht mit Hämorrhoiden verwechselt, müssen aber nur selten operiert werden.

Marisken

Marisken sind Hautzipfel am After, die in unterschiedlicher Größe vorkommen. Sie bestehen in der Regel aus schlaffer Haut. Gelegentlich werden sie im Volksmund auch als äußere Haemorrhoiden bezeichnet. Ihre Größe variiert beträchtlich von stecknadelkopfgroßen Knötchen bis grotesken Hautlappen. In Zusammenhang mit hartem Stuhlgang oder anderen Belastungen des Afters können sie zu prallen Knoten anschwellen. Sie sind eine außerordentlich häufige Erscheinung.

 

Als Neugeborener hat man niemals Marisken, sie treten mit zunehmendem Alter jedoch immer häufiger auf. Marisken sind im Prinzip völlig harmlos und schmerzen nicht. Marisken führen oft zu einer Erschwerung der Analhygiene. Stuhlschmieren oder Spuren an der Wäsche sind die Folge. Die Probleme werden subjektiv sehr unterschiedlich empfunden. Oft stören schon sehr kleine Knötchen, andere Menschen ignorieren diese Hautlappen völlig. Es werden auch kosmetische Anliegen vorgebracht.

 

Im Prinzip bedürfen Marisken keiner Behandlung. Werden sie jedoch als störend empfunden, v.a. bei der Analhygiene, dann sollten sie durch eine kleine Operation entfernt werden. Örtliche Betäubung oder besser eine kurze Narkose sind dazu notwendig. Der Eingriff erfordert etwas Erfahrung, die Marisken dürfen nicht im ganzen entfernt werden, weil sonst eine Einengung des Darmausganges die Folge ist, auch der Verschluß der Wunden führt meistens zu starken Schmerzen, weil es eigentlich immer zu einer Infektion kommt und die Wunde dann unter Spannung gerät. Man lässt die Wunde am besten offen.

 

Nach 2-3 Wochen ist meistens eine  Abheilung erreicht und später sieht man nichts mehr von dem Eingriff. Allerdings muss der Operateur gewisse kosmetische Regeln kennen, wird zu wenig Haut entfernt, sind Restmarisken die Folge, wird zu viel Haut entfernt, ist eine verzögerte Heilung oder gar Einengung des Afters zu erwarten.

 

Der Eingriff kann ambulant oder auch kurzstationär durchgeführt werden. Ein Klistier vor der Operation ist zweckmäßig, bei chronischer Verstopfung sollte eine Darmreinigung durch Einnahme eines Abführmittels vorgenommen werden, da anfängliche Schmerzen oft die Stuhlentleerung weiter verzögern.

Sinus pilonidalis

Der Sinus pilonidalis (von lateinisch pilus ‚Haar‘ und nidus ‚Nest‘) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Gesäßfalte (Rima ani). Synonyme für die Erkrankung sind Steißbeinfistel, Pilonidalzyste oder Sakraldermoid. Nach häufiger Auffassung wird die Erkrankung durch in die Haut penetrierende Haare verursacht. Andere Meinungen gehen von einer angeborenen (kongenitalen) Missbildung aus. Auch Traumata (beispielsweise durch Stürze verursacht) werden als mögliche Ursache diskutiert.

 

Zuerst ist nur ein „Pit“ als Eintrittspforte zu sehen. Das ist das beste Stadium der Therapie, da jetzt wenig aufwendige Verfahren durchgeführt werden können. Ist erst einmal eine Vereiterung aufgetreten, sollte man den Abszess entlasten. Im Nachgang sollte eine Entfernung des Areals idealerweise mit einem plastischen Wundverschluss kombiniert werden. Bei geeigneten Befunden kann heute sogar schon minimalinvasiv und mit Laser therapiert werden.